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Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Gütersloh

Vorstand einstimmig im Amt bestätigt - Sorgen bereiten das „Bundesteilhabegesetz“ und der deutliche Rückgang ehrenamtlichen Engagements


Gütersloh, 22. September 2016. Der Vorstand der Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh wurde jetzt auf der gut besuchten Mitgliederversammlung einstimmig für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Neu in das Gremium wurde Karin Delker-Lienke, stellvertretende Leiterin der Michaelis-Schule, gewählt. Sie zieht an Stelle von Gerhard Falk in den Vorstand ein und wird sich vor allem um die Bildungsaktivitäten der Lebenshilfe kümmern. Falk, der sich als Gründungs-Direktor der Michaelis-Schule über viele Jahre für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung eingesetzt und die Arbeit der Lebenshilfe eng begleitet hat, legte sein Amt auf der Mitgliederversammlung aus Altersgründen nieder.


„Die Lebenshilfe in ganz Deutschland und auch im Kreis Gütersloh steht vor großen Herausforderungen“, sagte Vorsitzender Andreas Henke, der auch Mitglied im Bundesvorstand der größten Selbsthilfevereinigung für Menschen mit geistiger Behinderung ist. In dieser Woche würden im Bundestag zwei Gesetze beraten, die eigentlich dazu gedacht waren, mehr gesellschaftliche Teilhabe, eine größere Selbstbestimmung und eine bessere Pflege zu ermöglichen. Stattdessen könnten zahlreiche neue Regelungen des „Bundesteilhabegesetzes“ und des „dritten Pflegestärkungsgesetzes“ zu massiven Verschlechterungen für Menschen mit geistigen Behinderungen führen. Beispielsweise ist vorgesehen, Leistungen der Pflegeversicherung in ambulanten Wohneinrichtungen einzuschränken oder Menschen mit geringem Hilfebedarf die notwendige Unterstützung ganz zu streichen. „Diese Spargesetze darf es nicht geben. Wir werden weiter für Teilhabe statt Ausgrenzung kämpfen“, sagte Henke.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: TeilhabeStattAusgrenzung


Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh steht mit ihren rund 140 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf einem wirtschaftlich stabilen Fundament. Sorgen bereitet dem Vorstand der deutliche Rückgang an ehrenamtlichen Helfern. Das führte seit den Sommermonaten zu Einschränkungen bei den Sport- und Freizeitangeboten. „Zudem wird es immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter für die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen in unseren Wohneinrichtungen zu finden“, sagte Henke. Um das Problem mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern anzugehen, wird die Lebenshilfe mit finanzieller Förderung der Aktion Mensch die Stelle eines „Ehrenamtskoordinators“ einrichten.


Die Hilfen und Dienstleistungen der Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh werden sehr gut nachgefragt und angenommen. Im stationären Wohnbereich leben insgesamt 57 Menschen mit Behinderungen an drei Standorten in Harsewinkel. Da die Möglichkeiten einer stationären Wohnversorgung im Kreis Gütersloh eingeschränkt sind, konzentriert sich die Lebenshilfe auf den weiteren Ausbau ambulant unterstützter Wohnformen mit derzeit 43 Nutzern.


Im Bereich der Frühförderung arbeiten für die Lebenshilfe 15 pädagogische und 23 medizinisch-therapeutische Fachkräfte. Im Laufe eines Jahres fördern sie rund 250 Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen bis zum Schuleintrittsalter sowohl heilpädagogisch als auch medizinisch-therapeutisch (Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie).
Im Bereich Freizeit, Sport und Reisen haben im laufenden Jahr 315 Menschen mit Behinderungen vielfältige Betreuungsangebote wahrgenommen. Dabei werden sie von zwei hauptamtlichen und über 80 ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Zu den Angeboten gehören insgesamt 25 Reisen sowie Ferienspiele an 11 Standorten im gesamten Kreisgebiet.


Im Bereich Familie, Jugend und Schule betreuen 15 Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe an der Blücherschule in Gütersloh rund 100 Kinder im offenen Ganztag sowie 18 im Bereich der Randstunde. Zudem übernimmt sie hier auch die Schulsozialarbeit für alle Kinder. In der Schule an der Dalke in Gütersloh (Förderschule Lernen) werden 19 Kinder mit individuellem Förderbedarf von 4 Mitarbeiterinnen im Offenen Ganztag betreut.


Der neue Vorstand der Lebenshilfe von links nach rechts: Andreas Henke, Eckhard Heitlage, Karin Delker-Lienke, Gerhard Falk (ausgeschieden), Silke Burmeister, Evelyn Voßhans und Manfred Holtkamp. Nicht im Bild: Detlef Fehlhaber

Der neue Vorstand der Lebenshilfe von links nach rechts: Andreas Henke, Eckhard Heitlage, Karin Delker-Lienke, Gerhard Falk (ausgeschieden), Silke Burmeister, Evelyn Voßhans und Manfred Holtkamp. Nicht im Bild: Detlef Fehlhaber


Dem neuen Vorstand gehören unter dem Vorsitz von Andreas Henke an: Evelyn Voßhans (stv. Vorsitzende), Silke Burmeister (Schriftführerin), Detlef Fehlhaber (stv. Schriftführer), Karin Delker-Lienke, Eckhard Heitlage und Manfred Holtkamp.
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