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Mit dem Dreirad von Zittau nach Berlin - Erlebnisreiche Fahrradtour der Lebenshilfe
Eine Fahrradtour von Zittau nach Berlin mit dem Dreirad? „Kein Problem“, sagt Gertrudis Keller  von der Lebenshilfe. Wo andere Hindernisse oder Barrieren sehen, sucht sie nach Lösungen. Bereits seit dem Jahr 2011 organisiert die Leiterin des Ambulant Unterstützten Wohnens (AUW) Fahrradfreizeiten in den Sommerferien. Bisher wurden auf jeweils 400 Kilometer langen Touren der Weserradweg, der Moselradweg und der Emsradweg bezwungen – allerdings mit normalen Zweirädern.
In diesem Jahr wollten erstmals auch fünf junge Erwachsene mit Behinderung dabei sein, deren Fortbewegungsmittel ein Dreirad ist. Mit dem Transport solch sperriger Drahtesel sind Bahn- und Busunternehmen jedoch in der Regel überfordert. Aber Fragen kostet bekanntlich nichts. Daher nahm Gertrudis Keller Kontakt mit dem Busunternehmen Holtkamp in Rheda-Wiedenbrück auf. Die bauten kurzerhand einen Busanhänger so um, dass auch die fünf Dreiräder sicher transportiert werden konnten.
Durch dieses Entgegenkommen und die Begleitung ehrenamtlicher Radfahrer stand der AUW-Tour von Zittau nach Berlin nun nichts mehr im Wege.   Am 20. Juli starteten die insgesamt 16 Teilnehmer mit Bus und Fahrradanhänger Richtung Zittau. Von dort ging es nach der ersten Übernachtung über den Neißeradweg Richtung Görlitz. Gegen Abend, auf halber Strecke, wurde die Gruppe vom Bus eingesammelt und zum Hotel „Am goldenen Strauss“ in Görlitz gefahren.  

Im Laufe der nächsten Tage ging es in weiteren Etappen über Cottbus und Bad Muskau nach Burg an der Spree und von dort in den schönsten Teil des Spreewaldes nach Lübbenau. Auf diesem Abschnitt passierten die Lebenshilfe-Radler so wunderschöne Landschaften wie das romantische Neißetal, die Muskauer Heide, den Fürst-Pückler-Park und den Branitzer Park. Am Freitag ging es dann von Lübbenau  weiter Richtung Berlin.   Während die „Profis“ in der Radel-Gruppe fast die gesamte Strecke von insgesamt 285 Kilometer mit dem Rad zurück gelegt haben, konnten sich die „Amateure“, darunter auch die 4 Dreiradfahrer, täglich gegen Abend vom freundlichen Busfahrer „Pete“ einsammeln lassen. Dennoch kamen auch bei ihnen rund 100 Kilometer zusammen.  
Zu den eindrucksvollen Erlebnissen der einwöchigen Radtour gehörten eine Kahnfahrt in Lübbenau, Dauerregen auf dem Gurkenradweg, Mückenattacken im Spreewald und nicht zu vergessen die Hindernisse wie Stufenbrücken auf dem Spreeradweg . Ein Abend in Berlin und eine kurze Stadtbesichtigung rundeten das Programm ab, bevor es dann wieder mit dem Bus Richtung Gütersloh ging.   Noch nicht wieder ganz zu Hause, wurden schon Pläne für die nächste Radtour im kommenden Jahr geschmiedet,  und alle Beteiligten waren sich sicher: „Da fahre ich wieder mit“.
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